Mein Name ist Julia Wallner,  ich bin am 01.12.1985 im schönen bayerischen Wald geboren.

Bereits in jungen Jahren entdeckte ich meine Liebe und das Interesse an Hunden, da ich durch meinen Opa mit Hunden aufwuchs. Mein Opa besaß aufgrund seiner Sehbehinderung Blindenhunde. Es waren stets Deutsche Schäferhunde (damals war das noch so).

Als ich 18 Jahre alt war adoptierte ich schließlich meinen ersten eigenen Hund aus dem Tierschutz. Es war ein schokobrauner Labrador  im zarten Alter von einem Jahr. Zart koordiniert wie ein Elefant im Porzellanladen, seine überschwängliche Liebe und Freude drückte er stets lautstark und mit vollem Körpereinsatz aus. Eine geballte Ladung von 35 kg bei einer unerfahrenen Ersthundehalterin. Na prima.

Natürlich besuchte ich damals zügig eine Hundeschule. Ach was, was rede ich da… Ich besuchte mit Bobby 4 Hundeschulen innerhalb von 2 Jahren.  Leinenführigkeit, Grundkommandos etc.  Ja, das waren meine Wünsche. Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiß…. Tja…

Er war ein herzensguter Hund und somit brach ich verzweifelt jegliches Training mit fremder Hilfe ab. Wir lebten auf einem Hof und ich kann mit Überzeugung sagen, dass Bobby als Reitbegleithund sowie geliebter Familienhund trotzdem seine glücklichen Jahre genießen konnte.

Jedoch ließ  mich die Frage nie los. Die Frage nach dem warum. Warum habe ich hunderte von Euro in diverse Hundeschulen bzw. Hundetrainer gesteckt, doch mein Bobby wollte einfach nicht mit mir kooperieren?

Mit 24 Jahren verschlug es mich nach Österreich / Tirol auf über 2000 Höhenmeter.  Die Ruhe und Idylle führte mich wieder zu meinem gesunden Bauchgefühl und zur alten Frage – dem Warum.

Ich fing an viele Bücher zu lesen und entdeckte dort verschiedene Widersprüche. Also begann ich weiter über den Tellerrand zu blicken. Diverse Studien und Forschungen über Hundeverhalten,  Psychologie und jegliches über ihre Domestikation verschlang ich monatelang.  Tirol ist natürlich ein wunderbarer Ort um sich an die Fersen von Menschen zu hängen, die mit Hunden arbeiten, wie es ihre Natur vorgesehen hatte. Ich durfte Menschen begleiten, die Herdenschutzhunde sowie Hüte- und Schäferhunde als Arbeitskollegen nutzten und schätzten. Wenn es die Zeit erlaubte saß ich stundenlang einfach nur da und beobachtete die Hunde bei deren Arbeit und der Zusammenarbeit mit ihrem Menschen.

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2013 begann ich mein Studium zur Hundepsychologin und besuchte für praktische Lerninhalte Seminare und Workshops von bekannten Hundetrainern und Verhaltenstherapeuten.  2015 absolvierte ich schließlich den Abschluss zur zertifizierten Hundepsychologin. Seither besuche ich weiterhin Fortbildungen von Anton Fichtlmaier, Michael Grewe, Hans Schlegel, Dr. Dorit Feddersen-Petersen, Jörg Ziemer um den weiträumigen Blick nicht zu verlieren.

Bis 2017 arbeitete ich hauptsächlich für Tierschutzvereine und trainierte deren Schützlinge. Hunde mit Vergangenheit. Hunde, die eine Geschichte erzählen können. Hunde, die vielleicht am Abstellgleis landeten, da sie aus Menschensicht einfach nicht funktionierten.

Leider erlebte ich auch so oft Menschen, die ihren geliebten Vierbeiner abgeben mussten, da er für sie aufgrund Verhaltensauffälligkeiten nicht mehr tragbar war.

Und so kam es, dass ich mein Augenmerk vermehrt auf Hunde mit kreativem Verhalten gelegt habe. Angsthunde sowie traumatisierte Hunde, Hunde mit gesteigertem Aggressionspotenzial.

 Und dann rückte meine altbekannte Frage wieder in den Vordergrund – warum kann man nicht schon im Vorfeld helfen? Nicht erst auf den „Supergau“ warten, sondern dem Mensch-Hund-Team einen neuen Denkanstoß geben um das Zusammenleben wieder harmonisch zu gestalten.

Also habe ich 2017 die drei Teile der Prüfung für die Erlaubnispflicht für Hundetrainer nach § 11 TierSchG beim Veterinäramt Cham absolviert, um den Menschen helfen zu können.

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Ich sehe es als meine Aufgabe, den Aufbau einer herzlichen Mensch-Hund-Beziehung durch strikte Unterscheidung zwischen Sozialem und Formalem Lernen weiterzugeben. Der Mensch muss wieder lernen auf sein Bauchgefühl zu hören. Es ist ein Hund – Bewegung, Disziplin und Zuneigung ist die Basis um störende Verhaltensmuster in kürzester Zeit zu minimieren oder sogar zu neutralisieren. Die Menschen müssen lernen den Hund zu verstehen, nur so steht einem harmonischen Miteinander nichts im Wege. Fehlerhafte Kommunikation des Menschen bzw. Missverständnisse zwischen Mensch und Hund sind oft der Beginn von „kreativen Verhaltensauffälligkeiten“ der Hunde.

Nur ein art- und typgerecht gehaltener Hund, der seinen Platz im Rudel kennt, kann ein angenehmes Familienmitglied werden. Meine bisherige Praxis beim Training mit Hund und Mensch hat gezeigt, dass aus jedem Hund ein guter Begleiter im Alltag werden kann und das ist es schließlich, was wir von unserem Vierbeiner erwarten und warum wir uns für ein Zusammenleben mit ihm entschieden haben!!!